Ministerpräsident Roland Koch im Interview mit dem Höchster Kreisblatt Höchster Kreisblatt: Herr Ministerpräsident, in jüngster Zeit tauchen Sie bei offiziellen Terminen im Main-Taunus-Kreis relativ häufig auf. Ist das Wahlkampf oder Heimatliebe? Koch: Ich denke schon, dass ich versuche, über die Jahre hinweg möglichst oft in meinem Heimatkreis präsent zu sein, aber sicher wäre ich gerne dort noch öfter unterwegs, als es für einen Ministerpräsidenten möglich ist. Grundsteinlegungen wie jetzt beim Bau der Stadtmitte Nord in Kelkheim gibt es jedoch nicht jeden Tag. Für einen Ministerpräsidenten ist es extrem schwierig, die Balance mit dem Wahlkreis zu halten, weil das Land Hessen sehr groß ist und ich überdies Verpflichtungen in Berlin, ja überall in Deutschland habe. Das alles zusammenzubringen, ist eine Herausforderung. Also bearbeite ich meinen Wahlkreis auch dadurch, dass ich Ihre Zeitung lese, durchaus mit vielen Menschen rede. Ich kann aber natürlich nicht so oft präsent sein, wie Kolleginnen oder Kollegen, die sich im wesentlichen auf die Wahlkreisarbeit konzentrieren. Höchster Kreisblatt: Von der Zukunft des Main-Taunus-Kreises haben einige Politiker ja sehr konkrete Vorstellungen. Die Frankfurter würden ihn am liebsten filettieren und sich Eschborn herausschneiden. Als Ihr Justizminister noch Landrat des Hochtaunuskreises war, wollte Jürgern Banzer sich den MTK ganz einverleiben, während […]
Verwunderung über Tiefensee Wie der Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Dirk Metz, mitteilte, sei der Hessische Ministerpräsident Roland Koch sehr verwundert darüber, dass sich Bundesverkehrsminister Tiefensee erst jetzt und damit nach der Sitzung des Regionalen Dialogforums und dem dort gefassten Beschluss über einen Anti-Lärm-Pakt zu Wort melde. Koch halte die Beschlüsse des Regionalen Dialogforums für wegweisend und fühle sich an diese ebenso gebunden wie an die darin enthaltenen Aussagen zum Nachtflugverbot. „Das Nachtflugverbot steht aus Roland Kochs Sicht nicht zur Disposition“, so der Regierungssprecher. Metz forderte Bundesverkehrsminister Tiefensee dazu auf, die Bedeutung seiner Bedenken hinsichtlich des Nachtflugverbotes zu erläutern: „Wir wollen wissen, was der Minister konkret unter dem Bundesinteresse an einem nächtlichen Flugbetrieb versteht, ob er damit 10, 20, 30 oder gar 40 Flüge in der Nacht meint.“ Roland Koch sei entschlossen, das Nachtflugverbot zu retten. Vorstellbar seinen nur einige wenige Ausnahmen im Frachtbereich. „Und diese müssten einzeln genehmigt werden, wobei zuvor der volkswirtschaftliche Nutzen und auch der Arbeitsplatzeffekt nachgewiesen werden muss“, betonte Metz.